Schritt für Schritt:
Comdirect Girokonto eröffnen
Comdirect führt keine Filialen, also keine Wartenummer und keinen deutschen Papierkram über den Schaltertisch. Was Expats erst im vierten Monat merken: Das Konto bleibt nur kostenlos, solange Sie eine von drei monatlichen Bedingungen erfüllen, und schon bei der Eröffnung wählen Sie zwischen drei Modellen.
Geprüft von Oliver Frankfurth (Bankfachwirt IHK) · Aktualisiert August 2026
Direkt zum Antrag →Kurz gesagt
Für das Comdirect Girokonto brauchen Sie Reisepass oder EU-Personalausweis, Ihre deutsche Adresse aus der Anmeldung und rund 10 Minuten für den Online-Antrag. Im Antrag wählen Sie eines von drei Kontomodellen — Aktiv bleibt bei 0 € im Monat, solange Sie eine von drei monatlichen Aktivitätsbedingungen erfüllen, etwa einen regelmäßigen Gehaltseingang. Die Identitätsprüfung läuft per Video-Ident; die kostenlose Visa-Debitkarte kommt wenige Tage später per Post.
Aktualisiert August 2026
Vom ersten Klick bis zur Karte
Das Formular dauert rund sechs Minuten. Karte und PIN liegen binnen einer Woche im Briefkasten, und eine Filiale betreten Sie nie.
Online-Antrag ausfüllen und Modell wählen
Online-Antrag ausfüllen und Modell wählen
Comdirect steckt die Modellwahl ins selbe Formular, entscheiden Sie sich also vorab: Aktiv (bei aktiver Nutzung kostenlos), Extra für 2,90 € im Monat oder Plus für 9,90 €. Tragen Sie vollständigen Namen, Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum und die gemeldete Adresse aus Ihrer Anmeldung ein, legen Sie Benutzername und PIN fest und schicken Sie ab. Die IBAN steht auf der nächsten Seite.
Tip: Reisepass oder EU-Ausweis, Meldebescheinigung, E-Mail-Adresse und eine deutsche Handynummer gehören bereit, bevor Sie das Formular öffnen. Noch ohne Anmeldung beantragt? Comdirect lässt Sie weitermachen und fragt sie später bei der Identitätsprüfung nach.
Jede Bestätigungsmail sichern
Jede Bestätigungsmail sichern
Direkt nach dem Absenden landen vier Mails. Eine trägt die Kontobestätigung mit Ihrer IBAN, eine die IDnow-Vorgangsnummer für den Videocheck, eine die vorvertraglichen Unterlagen, eine die Auftragsbestätigung. Alle vier brauchen Sie für die nächsten Schritte.
Tip: Nach fünf Minuten nichts da? Erst in den Spam schauen. Notieren Sie die IDnow-Vorgangsnummer separat an sicherer Stelle, denn ist sie weg, rutschen Sie zurück an den Anfang der Verifizierungs-Warteschlange.
Identität per IDnow VideoIdent prüfen
Identität per IDnow VideoIdent prüfen
Comdirect prüft die Identität nur per Video. PostIdent gibt es nicht und einen Schalter zum Hingehen auch nicht, weil die Bank keine Filialen führt. Öffnen Sie den Link aus der Mail oder die IDnow-App und steigen Sie in ein Gespräch von fünf bis zehn Minuten. Halten Sie Reisepass oder EU-Ausweis in die Kamera und beantworten Sie die Fragen des Agenten vom Küchentisch aus.
Tip: Setzen Sie sich ans Fenster statt unter die Lampe, Tageslicht wirkt auf der Kamera deutlich besser. Ist das Laptop-Mikro schwach, stecken Sie vorher ein Headset ein. Schlechter Ton lässt rund jeden zehnten ersten Versuch scheitern.
photoTAN einschalten
photoTAN einschalten
Am Morgen nach der bestandenen Identitätsprüfung schaltet Comdirect photoTAN frei. Laden Sie die App, melden Sie sich mit Zugangsnummer und PIN an und scannen Sie das Aktivierungsbild auf dem Schirm. Ab da braucht jede Anmeldung und jede Überweisung einen zweiten Faktor vom Handy.
Tip: Aktivieren Sie im Drei-Stunden-Fenster, das die Freischalt-Mail Ihnen lässt. Verpassen Sie es, verschickt Comdirect stattdessen einen Aktivierungsbrief per Post, der drei bis fünf Leertage an die Wartezeit hängt.
Karten-PIN abwarten
Karten-PIN abwarten
Die PIN kommt per Post im eigenen Umschlag, meist zwei bis drei Tage vor der Karte. Comdirect gibt eine Visa-Debitkarte aus statt einer Girocard, die Karte läuft also an Millionen Visa-Terminals weltweit. Ein paar kleine deutsche Läden nehmen weiter nur Girocard, die Sie für 1 € im Monat dazubuchen können, falls Sie oft beim Bäcker oder auf dem Wochenmarkt zahlen.
Tip: Legen Sie die PIN am Ankunftstag in den Passwort-Manager. Sobald die Karte folgt, packen Sie sie in Apple Pay oder Google Pay, denn eine mobile Zahlung pro Monat ist der einfachste Weg, das Konto kostenlos zu halten.
Visa-Debitkarte aktivieren
Visa-Debitkarte aktivieren
Die Karte erreicht Sie vier bis sieben Tage nach der PIN. Mit der ersten kontaktlosen Zahlung oder an einem beliebigen Geldautomaten mit PIN schalten Sie sie scharf. Bargeld holen Sie kostenlos an den 7.000+ Cash-Group-Automaten von Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Postbank, wobei Ihr Modell die Zahl der freien Abhebungen pro Monat vorgibt.
Konto online eröffnen
Seit 2014 haben wir über 10.000 Expats durch die Eröffnung eines deutschen Kontos begleitet. Hier steht der Comdirect-Antrag vom ersten Klick bis zur freigeschalteten Visa-Karte, dazu die Gebührenbedingungen und Modell-Unterschiede, die die Bank ins Kleingedruckte schiebt.
Konto online eröffnen →Was Expats uns nach der Eröffnung eines Comdirect Girokontos fragen
Welches Modell zu Expats passt: Aktiv, Extra oder Plus
Starten Sie mit Aktiv. Es kostet in jedem Monat mit aktiver Nutzung nichts, bringt die kostenlose Visa-Debitkarte mit und deckt drei kostenlose Abhebungen im Monat, was den meisten reicht. Extra liegt bei 2,90 € im Monat und ergänzt eine Visa-Kreditkarte plus fünf freie Abhebungen. Plus steht bei 9,90 € im Monat mit unbegrenzten freien Abhebungen und einem Reise-Sorglos-Paket, das sich nur lohnt, wenn Sie oft genug fliegen. Zwischen den Modellen wechseln Sie später jederzeit, ein teures Modell am ersten Tag braucht niemand.
Wie Sie das Konto bei 0 € im Monat halten
Das Konto ist in jedem Monat frei, in dem Sie eine von drei Bedingungen erfüllen: mindestens 700 € Geldeingang (Gehalt, Rente und BAföG zählen alle), oder eine einzige Apple-Pay- oder Google-Pay-Zahlung, oder ein Wertpapier-Trade plus ein ausgeführter Sparplan in einem verbundenen Comdirect-Depot. Erfüllen Sie keine, kostet der Monat 4,90 €. Auf den mobilen Weg setzen die meisten Expats: ein per Handy bezahlter 1-€-Kaffee im Monat hält die Gebühr fern, egal ob Ihr Gehalt über das Konto läuft.
Kostenlos Bargeld: Cash-Group-Automaten und Supermarktkassen
Ihre freien Abhebungen laufen über die 7.000+ Cash-Group-Automaten von Commerzbank, Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Postbank; suchen Sie in Maps nach „Cash Group Geldautomat", um den nächsten zu finden. Wie viele pro Monat frei sind, hängt vom Modell ab: drei bei Aktiv, fünf bei Extra, unbegrenzt bei Plus. Ist keiner in der Nähe, holen Sie Bargeld an der Kasse von Rewe, Penny, Aldi Süd oder Lidl beim Einkauf, was viele Expats gar nicht als Möglichkeit auf dem Schirm haben.
Bargeld einzahlen und die Mutterbank im Rücken
Comdirect ist eine Marke der Commerzbank, was das klassische Direktbank-Problem löst: Bargeld einzahlen. Sie zahlen Scheine dreimal im Jahr kostenlos an Commerzbank-Automaten ein, danach gegen kleine Gebühr. Dieselbe Herkunft stellt Ihr Guthaben unter die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 €, und Comdirect steht wie jede deutsche Filialbank unter Aufsicht von BaFin und EZB.
Puffer ins mitgelieferte Tagesgeld PLUS zu 1,50 % legen
Mit dem Girokonto kommt ein Tagesgeld-PLUS-Konto, das 1,50 % pro Jahr auf täglich verfügbares Geld zahlt. Mietpuffer, Steuerrücklage, die paar Tausend für den Notfall: nichts davon bringt einen Cent, wenn es auf dem Girokonto liegt. Schieben Sie es aufs Tagesgeld PLUS und holen Sie es am Tag zurück, an dem Sie es brauchen. Gleicher Login, gleiche App, gleiche 100.000 € Schutz.
Wann Comdirect das falsche erste Konto ist
Comdirect läuft auf Selbstbedienung. Der Support sitzt am Telefon und im Chat, überwiegend auf Deutsch, mit begrenzten englischen Zeiten, und es gibt keine Filiale, in die Sie mit einem Gebührenbrief gehen können. Wenn Sie sich im Deutschen noch nicht sicher fühlen und jemanden am Schreibtisch gegenüber wollen, ist eine Filialbank wie Commerzbank oder eine Sparkasse das ruhigere erste Konto; zu Comdirect wechseln Sie, sobald deutsches Banking weniger fremd wirkt. Die Neukundenprämie von bis zu 150 € wartet dann noch.